Proastio

 

 

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Südlich von Kardamili führt die Küstenstraße nach einer Linkskurve in einem weiten Bogen um die Kalamitsi-Bucht, die nach oben in eine Schlucht mündet. Die Bucht ist vor allem unterhalb der Straße mit vielen Häusern - auch neuen - bebaut, darunter die weitläufige Bungalow-Hotelanlage Kalamitsi. Auf der südlichen Seite der Bucht - ca. 2 km von Kardamili entfernt - zweigt nach links eine Straße ab, zu erkennen am Wegweiser nach Exochori und Proastio. Die Straße führt nun in Serpentinen den Berg hinauf und gibt mal den Blick nach Norden auf die Bucht von Kardamili, mal nach Süden nach Stoupa frei. In den letzten Jahren wurden hier sehr viele Ferienhäuser errichtet, die nicht alle in griechischer Hand sind, um es mal vorsichtig zu beschreiben. Trotzdem wurden Bausünden im Sinne von fürchterlichen Stilbrüchen vermieden. In der letzten Zeit werden immer mehr neue Häuser im alten Stil erbaut. Diese Tendenz ist zum Glück in der ganzen Exo Mani (Äußere Mani, entspricht ungefähr der Messenischen Mani) zu beobachten. Die Häuser haben zwar einen Kern aus Stahlbeton und einfachen Mauersteinen, werden dann aber mit den Natursteinen aus der Umgebung verkleidet, die heute wie vor Jahrhunderten in Handarbeit passend behauen werden müssen. Diese Neubauten sind, wenn sie etwas eingewachsen sind, äußerlich kaum noch von alten Häusern zu unterscheiden. 

 

Auf der Höhe angekommen, zweigt gleich an einer Rechtskurve ein alter Fußweg nach Kardamili ab, der die Straße bei der Kehre oberhalb der Kalamitsi-Bucht erreicht. 

 

 

 Proastio liegt in der Terrassenregion oberhalb der Kalamitsi-Bucht (2002)

 

Proastio (auch:Proastion, Prastiou) war vormals eine der wichtigsten Siedlungen in der nordwestlichen Mani. Bereits 1439 wurde der Ort urkundlich erwähnt. Proastio war wohl auch eine Hochburg des maniotischen Widerstands gegen türkische Besatzer. Im Zuge der Auseinandersetzungen wurde Proastio 1615 und 1670 niedergebrannt. 1674 sind 340 Einwohner nach Italien ausgewandert. Aus dieser Zeit, nämlich dem 17. Jahrhundert, stammen viele Kirchen im Ort, was auch für den Widerstand gegen die osmanische Herrschaft spricht. Nachgewiesen ist, dass Proastio jedenfalls 1743 ein Bischofssitz war. Dies mag die vielen auch heute noch vorhandenen Kirchen im Ort erklären, ungefähr 30 sind es. Im Jahre 1991 lebten 435 Einwohner in Proastion, 2001 waren es nach der letzten Volkszählung noch 390.

 

 

Ag.Nikolaos (2002)

 

 

Eisodia tis Theotokou (2002)

 

 

Portal der Eisodia tis Theotokou (2002)

 

 

Ag. Dimitris

  

 

Weg zur Ag. Sotiras

 

 

Ag. Sotiras

 

 

Ag. Panagia am Friedhof (2002)

  

 

Kleine Doppelkirche Ag. Vasilion und Ag. Spiridon von 1754

  

 

Ag. Vasilion und Ag. Spiridon, Rückseite (2002)

 

 

 

 

Proastio liegt auf einer Höhe von ca. 200 bis 250 m über dem Meeresspiegel. Hierdurch war Proastio einigermaßen vor Übergriffen durch Piraten geschützt, was bis in das 19. Jahrhundert hinein von außerordentlicher Bedeutung war.

 

 Phioureas-Turm in Proastion

 

 

Am Ortseingang links liegt etwas niedriger als die Straße der alte Dorfbrunnen (Brunnenstube mit sechs Wasserrohren und gegenüberliegenden Waschplätzen). Das Wasser ist inzwischen nicht mehr trinkbar.

 

Brunnenstube in Proastion

 

Im Ort gibt es noch zwei Steinbrüche. Der Alte Steinbruch ist seit 1951 nicht mehr in Betrieb. Von hier wurden die Steine früher mit Eseln zur Kalamitsi-Bucht gebracht, von wo aus sie verschifft wurden. Der neue Steinbruch besteht seit 1983, hier wird jetzt mit modernen Methoden gearbeitet.

 

 Steinbruch in Proastion

 

Erwähnenswert ist sicherlich auch noch das mykenische Grab. 

 

Proastio ist also ein recht vielfältiger Ort und lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

 

In Proastion 2002

 

 

In Proastion 2002

 

 

 In Proastion 2002

 

 

In Proastion 2002

 

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 Stand: 22.01.2006   

© Silvia Nitsche-Martens 2002-2006